
Meine Geschichte
​Ich bin verheiratet und Vater von zwei Kindern. Am 3. Juli 1970 wurde ich geboren und wuchs anschliessend in Weinfelden auf. Doch mein Leben war nicht immer so, wie es jetzt ist. Ich erlebte eine sehr turbulente Kinder- und Jugendzeit. Insgesamt war ich in zehn Schulen. Meine Mutter war Schweizerin, hatte aber andauernde psychische Probleme. Mein Vater stammt aus Ägypten und ist bis heute Moslem. Dies führte dazu, dass es bei uns zuhause täglich Krach gab, manchmal auch mehrmals. Entweder hatten meine Eltern Streit zusammen oder ich mit meiner Mutter.
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Die Situation zuhause wirkte sich auch deutlich auf die Schule aus. Ich konnte mich weder konzentrieren, noch passte ich auf. Die Hausaufgaben machte ich nicht und lernte auch nie für Prüfungen. Dafür spielte ich viele Streiche, machte oft Blödsinn und andere Menschen fertig. Manchmal kam es vor, dass mich der Lehrer dreimal täglich vor die Tür stellen musste. Anschliessend fuhr er mich jeweils nach Hause und erklärte meiner Mutter, dass es so nicht weitergehen könne. In der Folge wurde ich von verschiedenen Psychiatern begutachtet, sowie im Spital auf psychische Störungen hin getestet und untersucht. Doch alles war in Ordnung. Mittlerweile waren die Zeugnisnoten so katastrophal geworden, dass ich jeweils nur noch ein Wortzeugnis bekommen hatte. In dieser Zeit hatten sich meine Eltern auch getrennt.
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Irgendwann wussten die Lehrer nicht mehr, was sie mit mir anfangen sollten und ich musste die Schule verlassen. Doch auch in einer anderen Schule mit strikterer Führung und mehr Kontrolle hatte es nicht funktioniert. Schliesslich wurde ich in ein streng geführtes Internat für auffällige (vor allem schwererziehbare oder straffällig gewordene) Kinder geschickt. Um noch den Rank als letzte Möglichkeit zu erwischen, musste ich die 6. Klasse wiederholen. Die Situation entschärfte sich etwas, aber nur bedingt.
​Als ich kurz vor dem Schulabschluss stand, teilten die Lehrer meinen Eltern mit, dass ich keine Zukunft mehr hätte und es für mich unmöglich wäre, einen normalen Beruf zu erlernen. Ich hätte zu viele „Löcher“ vom Unterricht her, aber für eine Anlehre würde es noch reichen. Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich in meinem Leben vor einem kompletten Scherbenhaufen stand und merkte, wie sich vor mir ein unüberwindbarer Abgrund aufgetan hat. „Jetzt kann mir nur noch Gott helfen! Mein Leben hängt nur noch an einem Strohhalm.“
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Ein paar Monate später fanden in Weinfelden Vorträge über Gott statt und meine Mutter meinte, dass das noch eine gute Sache sei und wir doch mal hingehen sollten. Wir schauten rein und der Redner sprach von Jesus, der uns Menschen bedingungslos liebt und eine persönliche Beziehung zu uns aufbauen möchte. Er sei vor allem deshalb auf die Erde gekommen, um die Konsequenzen für all unsere Verfehlungen (Sünden) und den ganzen Mist, den wir im Leben getan haben, die Strafe auf sich zu nehmen, die wir eigentlich verdient hätten. Darum starb er für uns am Kreuz, aus reiner Liebe und Gnade, die er für uns Menschen hat. Er möchte in unser Leben kommen und mit uns Gemeinschaft haben. Und egal wie schlimm auch unser Leben aussieht, er ist der Einzige, der es wieder in Ordnung bringen und uns ein erfüllendes und sinnvolles Leben schenken kann. Und nicht nur das, dank seinem Erlösungsangebot dürfen wir auch die Ewigkeit bei ihm im Himmel verbringen und nicht in der Hölle, wie wir es eigentlich verdient hätten.
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Ich war innerlich völlig betroffen. Diese Botschaft hatte mich völlig angesprochen. Darum entschied ich mich noch an Ort und Stelle, Jesus als meinen Herrn und Erretter in mein Leben aufzunehmen und ihm mein ganzes Leben hinzugeben. An diesem Abend erlebte ich einen absoluten Durchbruch und veränderte mich schlagartig zu einem anderen Menschen. Ich wusste: Jetzt bin ich im wahrsten Sinn des Wortes erlöst! Und: „Ich habe auch nochmals eine neue Chance von Gott bekommen!“ Dies zeigte sich auch dadurch, dass ich nicht mal mehr mit dem Velo nach Hause fahren konnte, weil es mir zu lange ging, um das Sicherheitsschloss aufzuschliessen. Darum rannte ich nach Hause wie ein Wahnsinniger. Völlig verschwitzt angekommen, sagte ich sofort und ausser Puste, dass ich Jesus in mein Leben aufgenommen habe.
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Schon kurze Zeit später erlebte ich starke Veränderungen in meinem Leben. Ich hatte plötzlich eine so grosse Freude und einen Frieden in meinem Leben, den ich nie zuvor hatte. Ausserdem hörte ich schlagartig auf zu fluchen, mit anderen Menschen zu streiten oder sie fertig zu machen.
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Als ich Jesus ein paar Wochen später darum bat, mir in meiner hoffnungslosen Schul- und Lebens-situation zu helfen, erlebte ich ein Wunder von Gottes Einschreiten. Im übertragenen Sinn kam ich mir vor, wie ein virenverseuchter Computer, der nicht mehr richtig funktionierte. Doch plötzlich hat Gott eingegriffen und alle notwendigen und beschädigten Komponenten ausgewechselt. Äusserlich sah der Computer zwar noch gleich aus, innerlich aber ist er komplett neu geworden. Plötzlich hatte ich den Durchblick und verstand in den Schulfächern, worum es jeweils ging. In Schulfächern, in denen ich früher Noten wie 2-3 oder 3 im Zeugnis hatte, schaffte ich es nun gar, plötzlich Noten mit einem Schnitt von 5-6 oder gar 6 im Zeugnis zu haben. Dass ich Jahre später ein M.A. Studium in Theologie mit dem Prädikat "Ausgezeichnet" beim Notenabschluss erreicht und sogar noch die beste Diplomarbeit geschrieben habe, setzt dem ganzen noch die Krone auf. Solche Geschichten kann nur Gott mit uns schreiben!
​Natürlich hatte ich in der Folgezeit auch mein Leben aufgeräumt. Mich bei Leuten entschuldigt, die ich fertig gemacht oder beleidigt hatte. Dinge zurückgegeben oder finanziell zurückerstattet, wo ich etwas gestohlen hatte. Ich war auch bereit, mich auf der Polizei für ein Vergehen zu stellen, das ich in der Vergangenheit getan hatte. Allein durch Gottes Gnade konnte ich alles ohne grössere Konsequenzen wieder in Ordnung bringen.
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Drei Wochen später war ich mit einem Freund und meinem Bruder, der am selben Abend Jesus in sein Leben eingeladen hatte, auf einer Bootstour gewesen. Als ich eines Morgens nach dem Bibellesen und Gebet aus dem Zelt herauskam, sagte ich immer noch stark berührt und mit einem ungläubigen Lachen zu ihnen: „Wenn mich meine alten Kollegen jetzt sehen würden, würden sie aus allen Wolken fallen. Fehlt nur noch, dass ich jetzt Mönch oder Pfarrer werde.“
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Diese Aussage war rückblickend für mich wie Gottes Startschuss, als er auf den Plan trat, um nochmals dramatisch in mein Leben einzugreifen. In den folgenden Wochen und Monaten ging es drunter und drüber, weil ich in eine Phase trat, wo Gott mich nochmals ganz für sich gewinnen und mir seinen Auftrag für mein Leben mitteilen wollte. Doch dies ist wieder eine andere Geschichte…